“Wir weisen die bürgerlichen Frauenrechtlerinnen nicht etwa deswegen zurück, weil wir das Bisschen nicht
wollen, sondern weil sie das Mehr nicht wollen.” – Clara Zetkin, 1896
In der heutigen Zeit gewinnt der Feminismus immer mehr an Bedeutung; die steigende Gewalt gegen
FLINTA*-Personen in den letzten Jahren, der Missbrauch etlicher Mädchen und Frauen durch Jeffrey
Epstein und seinen Freunden aus der herrschenden Klasse, die systematische Gewalt gegen FLINTA*-
Personen durch israelische Truppen in Palästina sowie die Einsparungen der Bundesregierung in der
Gesundheitspolitik sind nur einige Beispiele herber Rückschläge gegen jede feministische Errungenschaft
die gerade durch die proletarische Frauenbewegung erkämpft wurde. Über 100 Frauen, eine immens hohe
Dunkelziffer nicht mitinbegriffen, werden in der BRD jedes Jahr Opfer von Femiziden. Erst kürzlich am
15.07.26 gab es in Kelkheim (Main-Taunus) einen Femizid in aller Öffentlichkeit; dort wurde eine Frau durch
ihren Ex-Partner ermordet, weil sie die Scheidung einreichen wollte. Und auch hier wird wieder der Fokus
auf die Nationalität des Täters gelegt, in konstanter Missachtung der Wurzeln des Problems.
“Die Lage der Frau, ihre Rechte und ihre gesellschaftliche Bedeutung werden also durch ihre ökonomische
Rolle bestimmt. Daraus lässt sich nun mit absoluter Sicherheit schließen, dass die Tage ihrer
Rechtlosigkeit, Abhängigkeit und Unterdrückung gezählt sind. Der Kommunismus, der die Produktion unter
den Bedingungen der allgemeinen Arbeit löst, wird also die Frauenfrage endgültig lösen.” – Alexandra
Kollontai, 1921
Bereits auf der dritten Landesmitgliederversammlung haben wir uns als linksjugend[‘solid] Hessen in
unserem Leitantrag daher für einen materialistischen Feminismus ausgesprochen. Nur mit einem
materialistisch-feministischen Blickwinkel, der die Verwobenheit von Patriarchat und Kapital nicht aus
den Augen verliert, ist ein glaubwürdiger Kampf für die Rechte von FLINTA*-Personen möglich. Jede
Errungenschaft der arbeitenden Klasse ist für den Kapitalismus reversibel und gleichgültig, weswegen
unser Kampf der Klassenkampf sein muss und nicht der Kulturkampf! Eine wahre Demokratisierung der
Gesellschaft mit einer einhergehenden Gleichstellung der Geschlechter ist nur im Sozialismus möglich!
Wir fordern daher:
-dass der Landessprecher*innenrat der linksjugend [‘solid] Hessen gemeinsam mit der Basis zur
Aktionswoche gegen Femizide, die jährlich um den Orange Day herum (25.11) stattfindet hessenweite
Aktionen plant,
-zum Thema Frauen und Medizin eine Themenwoche und zum Thema des (materialistischen) Feminismus
ein Wochenend-Seminar geplant und organisiert wird
-die LAG Feminismus wiederbelebt wird und arbeitsfähig gestaltet wird.
-dass die linksjugend [‘solid] Hessen sich dafür einsetzt, dass Themen wie Emanzipation, die Rolle der
Frauen in der Arbeiter*innenbewegung, Gleichstellung und aktuelle wissenschaftliche und
gesellschaftliche Entwicklungen in Bezug auf FLINTA*-Personen an hessischen Bildungseinrichtungen
eingearbeitet werden. Hierzu soll auch mit dem SDS zusammengearbeitet werden, z. B. durch eine
gemeinsame Diskussionsveranstaltung über eine demokratisierte und emanzipierte Gesellschaft.